Monet im Mondschein
Die Lange Nacht der Museen zieht nicht nur in Berlin ein breites Publikum an
Nächstes Jahr wird die Lange Nacht der Museen 30 Jahre alt. In Berlin erfunden und zu Beginn zweimal jährlich durchgeführt, ist daraus weltweit ein populäres Format geworden. Selten begeistert eine Idee so lang und so viele: nachts ins Museum.
Mit viel Programm. 2025 wurde etwa in der Basilika des Bode-Museums, einem marmornen Kirchensaal, ausgelassen getanzt, vor dem Futurium stieg eine Karaoke-Party, Oldtimer luden zur Spritztour zwischen Technikmuseum und Humboldt Forum.
Um einen einmaligen Abend zu erleben, kommen Leute, die sonst nicht ins Museum gehen — in Berlin macht diese Gruppe um die zehn Prozent aus. Alles mischt sich, die Grenzen zwischen drinnen und draußen verfließen, Menschen aller Schichten finden zusammen.
Die Begeisterung über die neu entdeckten Museen und Exponate ist enorm. Dennoch ist das Großereignis kein Selbstläufer. 2014 wurden die zwei Ausgaben pro Jahr auf eine reduziert. Die Konzentration wirkte sich langfristig positiv aus, dank neuer Kampagne verjüngte sich das Publikum.
»Heute kommen 50.000, von denen zehn Prozent sonst nicht ins Museum gehen«
Die Zahl der Besucher stieg seither stetig von 20.000 auf die 50.000 der Anfangsjahre. Das Programmheft wurde gestrafft, übergreifende Formate wie die »Expressführung« eingeführt, Museen zurückgewonnen, die nicht mehr teilgenommen hatten. 2016 kamen das bis heute wirksame Early-Bird-Ticket und der Highlight-Flyer dazu. Das jährlich ausgegebene Motto regte immer mehr Museen zu kreativen Veranstaltungen an. 2024 wurden die Late Night Specials wie Tanzpartys und Performances ins Leben gerufen, ausgestattet mit einem Budget, um das sich die Museen mit einer besonderen Idee bewerben können.
Ebenfalls 2024 wurde eine neue Website konzipiert, die für Spätentschlossene den Museo-Mat und Routenempfehlungen bereithält. Der Treffpunkt Museumsinsel mit Infostand, Food Trucks und Open-Air-Events leuchtet inzwischen weithin. Kooperationen wie mit Young Euro Classic 2024 sorgen für attraktive Programmpunkte.
Die Lange Nacht der Museen macht nach fast 30 Jahren immer noch Spaß. Wir hoffen, das bleibt auch in Zeiten massiver Kürzungen so!
Annette Meier ist seit Beginn an bei Kulturprojekte Berlin und leitet seit 2013 die Lange Nacht der Museen
Januar, 2026