Von Nina Szymanski

Auf einen Klick

In Berlin gibt es Hunderte Sachen anzuschauen – und für den Überblick das Museumsportal

Große Namen und kleine Schätze, weltberühmte Sammlungen und überraschende Orte, Geschichte zum Anfassen und Gegenwart zum Mitdenken — Berlin ist Museumsstadt. Kaum eine andere Metropole bietet eine vergleichbare kulturelle Vielfalt. Wer hier den Überblick behalten will, braucht einen guten Kompass. Genau den bietet seit fast zwei Jahrzehnten das Museumsportal (www.museumsportal.berlin).
Was heute selbstverständlich wirkt, war 2008 ein ambitionierter Schritt. Zu einer Zeit, als viele Museen noch ohne eigene Website auskamen, ging das Museumsportal online — als gemeinsame digitale Plattform für alle Berliner Museen, Ausstellungshäuser, Schlösser und Gedenkstätten. Von Anfang an war eine Idee zentral: alle Häuser gleichberechtigt sichtbar zu machen und die Museumslandschaft der Stadt in ihrer ganzen Bandbreite abzubilden.
Heute verzeichnet das Portal knapp fünf Millionen Seitenaufrufe jährlich, versammelt über 200 Einrichtungen und lädt dazu ein, Berlin immer wieder neu zu entdecken. Ob Sonder- oder Dauerausstellung, Führung, Workshop oder Familienprogramm — das Angebot lässt sich nach Tagen, Themen und Zielgruppen filtern und so passgenau auf die eigenen Interessen zuschneiden.

Infos in sechs Sprachen

Wer Inspiration sucht, findet sie in den täglichen Tipps der Redaktion. Das Museumsportal macht auf große Events wie auf versteckte Orte aufmerksam, empfiehlt Cafés, Gärten und Shops von Museen, gibt praktische und aktuelle Hinweise zu freiem Eintritt und speziellen Öffnungszeiten. Das Besondere: Das Angebot gibt es neben Deutsch mittlerweile noch in fünf weiteren Sprachen und richtet sich bewusst an Berliner*innen und Besucher*innen gleichermaßen. Damit ist das Portal auch zu einem wichtigen Tool des Tourismusmarketings geworden.
Darüber hinaus fungiert das Museumsportal als Datendrehscheibe. Über digitale Export-Schnittstellen gelangen die Inhalte in große Medien der Stadt wie Tagesspiegel oder Berlin.de.
Das Museumsportal ist nicht nur Schaufenster, sondern auch Rückgrat der digitalen Kulturkommunikation Berlins. Initiiert von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, ist es redaktionell verankert bei Kulturprojekte Berlin und seit 2012 auch vollständig in deren Verantwortung als Betreiber. Das Portal wird stetig weiterentwickelt und den neuesten technischen und inhaltlichen Anforderungen angepasst; das betrifft etwa den Bereich Barrierefreiheit.
Nach fast zwei Jahrzehnten ist klar: Das Museumsportal Berlin ist mehr als eine Webseite. Es ist unser gemeinsamer Blick auf eine der vielseitigsten Museumslandschaften der Welt — und eine Einladung, sie immer wieder neu zu erleben. In dieser Form ist es bis heute absolut einzigartig.

 

Nina Szymanski ist seit 17 Jahren bei Kultur­projekte Berlin und seit 2022 Projektmana­gerin beim Museumsportal

Januar, 2026