7 Fragen an Katrin Dohne

1. Wie erklären Sie jemandem in einem Satz Ihren Job bei Kulturprojekte Berlin?

Katrin Dohne: Ich halte auf kaufmännischer Ebene zusammen mit meinem großartigen Team alle Fäden in der Hand, sorge dafür, dass großartige kulturelle Ideen nicht an Budgets, Fristen oder Formularen scheitern und bin zumeist das unsichtbare Scharnier zwischen Macher*innen, Gremien, Zuwendungs- und Gesetzgebenden, damit am Ende möglichst alle zufrieden sind.

2. Und wie reagieren die Leute, wenn Sie das sagen?

Viele denken bei Kultur an Leichtigkeit, Inspiration und Freiheit — und staunen dann, welch’ enorme Planung, Koordination, synergetisches Denken und Verantwortung nötig sind.

3. Wie viel unsichtbare Arbeit steckt hinter einem scheinbar einfachen Kulturereignis?

Mehr als man denkt. Ein Kulturereignis besteht nicht nur aus Bühne und Publikum, sondern auch aus Genehmigungen, einer vorsorglichen Finanzplanung, Sicherheitskonzepten, Technik, Honoraren und Abrechnungen. Das sieht man nicht — merkt man aber sofort, wenn es fehlt.

4. Was bedeutet es konkret, gemeinnützig und wirtschaftlich verantwortungsvoll und nachhaltig zu arbeiten?

Mittel transparent und klug einzusetzen. Wirtschaftliche Verantwortung ist dabei kein Bremsklotz, sondern die notwendige Voraussetzung dafür, langfristig etwas bewegen zu können. Wir nehmen jeden Euro ernst — ohne den Spaß zu verlieren. Und: Nicht jedes Jahr wieder bei null anzufangen. Nachhaltigkeit heißt für uns: stabile Strukturen, faire Arbeitsbedingungen, langfristige Partnerschaften — und Entscheidungen, die auch morgen noch sinnvoll sind. Das ist in Zeiten von knappen Ressourcen eine Herausforderung, die ich gern annehme.

5. Was haben Sie durch die Arbeit im Kulturbetrieb gelernt, das kein BWL-Studium vermittelt?

Dass sich Wirkung, Haltung und Vertrauen nicht immer messen lassen — und dass genau darin oft der größte Wert liegt. Dass nicht alles in Excel-Tabellen darstellbar ist und ein Perspektivwechsel von Vorteil sein kann.

6. Was war Ihr kaufmännischer Glücksmoment in 20 Jahren Kulturprojekte Berlin?

Wenn am Ende alles aufgeht — inhaltlich und finanziell.

7. Was würden Sie Ihrem Ich von vor 20 Jahren über Kultur, Geld und Verantwortung sagen?

Hab Respekt vor dem Geld, aber keine Angst vor mutigen Entscheidungen. Das habe ich vor allem durch unseren Geschäftsführer Moritz van Dülmen gelernt, der ein Urvertrauen hat, dass alle Dinge sich am Ende schon ausgehen. Wirtschaftliche Verantwortung ist kein Gegensatz zur Kultur, sondern das Fundament, auf dem sie aufbauen und wachsen kann.

 

Januar, 2026

© Kulturprojekte Berlin, Foto: Harf Zimmermann